Bayern rauchfrei
In wenigen Tagen, am 01. August wird die Entscheidung des bayrischen Volksentscheids in die Tat umgesetzt und ab dann gilt in allen Cafes, Restaurants, Diskotheken und Bierzelten generelles Rauchverbot.
Ja, ich bin Raucher! Jedoch möchte ich mich als toleranten Raucher einstufen, der ohnehin schon bei jeder Gelegenheit vor die Tür geht.
Nun zum Volksentscheid ist zu sagen, dass ich natürlich ebenfalls beim wählen war und mich gegen das strikte Rauchverbot entschieden habe. Nicht weil ich urplötzlich doch mal militant sein wollte, sondern weil diese Regelung für mich keinen Sinn macht!
Ich hätte es besser gefunden, wenn jeder für sich dem Ruf der freien Marktwirtschaft gefolgt wäre – Wirte hätten somit eine Zielgruppe von immerhin nachweislichen 61% Nichtrauchern gehabt. Da hätten Märkte entstehen können, die den Wettbewerb angeregt hätten und die Regulierung wäre automatisch entstanden. Wahrscheinlich noch nicht morgen, aber mit Sicherheit in den nächsten Monaten und Jahren. In jedem Fall denke ich, war Bayern auf einem zu Beginn holprigen, später aber gutem Weg eine “gemeinsame” Lösung zu schaffen.
Das hat Sebastian Frankenberger aber zu lange gedauert – wenn ich von Jahren spreche, sicherlich auch verständlich. Aber wenn ich von Hr. Frankenberger – dem Initiator spreche, dann komme ich eigentlich auf den wesentlichen Punkt dieses Beitrages:
Unter dem Gesichtspunkt, dass sich Sebastian Frankenberger selbst das Ziel gesteckt hat, im Jahre 2020 als Oberbürgermeister der Stadt Passau zu amtieren, sei mir folgende Frage erlaubt:
War der Volksentscheid Nichtraucherschutz auch eine politische PR Kampagne für Sebastian Frankenberger?
Wahrscheinlich ja! Und genau das ist der Punkt, der mich an der verrauchten Situation stört! Da kommt einer und thematisiert ein polarisierendes Ereignis zu einem großen PR Gag! Ich stelle mir gerade die Frage, ob ich einen Volksentscheid zum Thema “generelles LKW Überholverbot auf deutschen Autobahnen” starten sollte. Nein! Natürlich nicht, auch wenn ich sicherlich einige Befürworter finden würde. Aber genau mit solch einfachen Themen lassen sich durchaus auch nicht nur positive Punkte sammeln.
Fazit: Ich gehe Familienbedingt ohnehin selten aus. In Restaurants halte ich ein Rauchverbot für absolut gerechtfertigt – Kneipen kenne ich keine! Dem Diskozeitalter bin ich entwachsen und das Bierzelt zur Mai- und Herbstdult kann ich mit meinem vierjährigen nun ruhigen Gewissens betreten. Dann kann der Kleine auch mal a Maß trinken, ohne das er passiv rauchen müsste *kleiner Spass*
Was ich mir dennoch wünsche: Sebastian Frankenberger darf mit dieser Aktion keinen Vorteil für irgendwelche Positionen in der Politik erhalten – ausgenommen in der ÖDP, da kann er werden was er will. Ich respektiere den Volksentscheid und gehöre nicht zu denen, die rumjammern “wären doch nur mehr Raucher zur Wahl gegangen”, aber Sebastian Frankenberger möchte ich nicht als OB von Passau! Zumindest nicht, durch die “Lorbeeren dieser Aktion”!
Achja: Auf der Aktionsseite Nichtraucherschutz Bayern, schreibt Sebastian Frankenberger übrigens:
Lasst uns anstoßen auf das Reinheitsgebot der bayerischen Wirtshausluft!
Ich hoffe er redet von gesundem und alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Denn Alkohol ist neben dem Rauchen das am weitesten verbreitete Suchtmittel… – damit nicht gesund und eine Gefährdung von Dritten durch alkoholisierte Aggressivität und Alkohol am Steuer! Das war polemisch – Gute Nacht
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